07.06.2019 19.30 Uhr – Die Fauna und Flora des oberoligozänen Consrader Gesteins

2019_06_ThiedeSüdöstlich von Schwerin, nahe dem Dorf Consrade befindet sich ein Kiestagebau in eiszeitlichen Schmelzwasserablagerungen. Das Spektrum der vom skandinavischen Inlandeis mitgeführten Gesteinsbruchstücke ist breit gefächert. Es umfasst kristalline und sedimentäre Geschiebe und reicht zeitlich vom Präkambrium bis ins Tertiär. Das ist für Norddeutschland nicht ungewöhnlich, aber im Gegensatz zu anderen Kiesgruben tritt zusätzlich ein besonderer Geschiebetyp in Erscheinung, der erst Anfang der 1990er Jahre entdeckt und als Consrader Gestein bezeichnet wurde.

Der hellgraue, oftmals rötlichbraun verwitternde schluffreiche Feinsandstein ist aufgrund seiner spärlichen, aber besonders gut erhaltenen Fossilien bei Sammlern sehr beliebt. Anhand der marinen Fauna können die Stillwasserablagerungen dem Chatt zugeordnet werden, der mit etwa 25 Mio. Jahren jüngsten Stufe des Oligozäns. Neben Mollusken als häufigste und artenreichste Faunengruppe wurden bisher Krebse, Seeigel, Haizähne und Korallen gefunden. Auffällig sind zahlreiche, mehrere Zentimeter lange Belege von Skelettachsen der Seefedern, einer Gruppe der Octocorallia. Ihre gute Erhaltung spricht für eine rasche Einbettung der abgestorbenen Tiere. Zudem sind Anreicherungen von Holzhäcksel sowie größere Treibholzstücke – zum Teil mit Spuren von Bohrmuscheln – belegt. Auch Funde von gut erhaltenen Blattresten und Bernstein sind bekannt, wenn auch äußerst selten.

Die Geologin Karina Thiede aus Parchim hat in den letzten 10 Jahren gemeinsam mit ihrem Mann Niels viele fossile Schätze zusammengetragen. In einem bilderreichen Vortrag wird die Fauna und Flora des Consrader Gesteins vorgestellt und mit dem Fossilinhalt des vermutlich gleichaltrigen Sternberger Gesteins verglichen. Die Präsentation erfolgt im Rahmen der „Greifswalder Geowissenschaftlichen Abende“ am Freitag, den 7. Juni 2019 um 19.30 Uhr an der Universität Greifswald, im Hörsaal der Geologie (Friedrich-Ludwig-Jahn-Str. 17a).

 

Mit freundlichen Grüßen

Karsten Obst

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