29.05.2026 19:30 Uhr – Erbeben, Rutschungen und Tsunamigefahren im Ostseeraum
Am 20. Mai 2026 erschütterte nachmittags ein Erdbeben mit einer Magnitude von 3,9 den Großraum Kopenhagen und war auch im südlichen Schweden deutlich zu spüren. Nach Angaben des Seismologischen Zentrums Europa-Mittelmeer (EMSC) lag das Zentrum des Bebens 28 km südlich der dänischen Hauptstadt. Die Aussagen zur Herdtiefe variieren zwischen 10 und 20 km. Eine tektonische Bewegung entlang der großen NW–SE streichenden Störungen im Bereich der Tornquist-Zone erscheint als Ursache plausibel.
Wie nach jedem näheren oder auch entfernteren größeren Erdbeben wird auch in diesem Fall die Frage nach der Bebengefährdung im mittleren bis nördlichen Europa aufgeworfen. Für die Ostsee steht ergänzend auch die Frage nach der Entstehung eines Tsunamis mit negativen Auswirkungen auf die Lebewelt im Raum!
Der Stralsunder Geologe Manfred Krauß betreut seit Jahrzehnten im Auftrag des GFZ Potsdam die Seismologische Station Neuenkirchen auf Rügen (Stationskennung RGN). Er wird ausgehend von der seismotektonischen Situation und der statistischen Analyse versuchen, Antworten auf diese Fragen zu geben. Grundsätzlich gilt für ihn in der Geologie der Satz „Sag niemals nie! – Die mobile Erde ist immer für Überraschungen gut und selbst in sogenannten bebenfreien Gebieten können jederzeit globale oder regionale Spannungen Erdbeben auslösen!“
In einem Vortrag wird er auf die plattentektonische Zergliederung unserer Erdkruste und deren Mobilität eingehen sowie die Gefahr von Tsunamis durch subaquatische oder auch landseitige Rutschungen im Ostseeraum beleuchten. Dieser findet im Rahmen der „Greifswalder Geowissenschaftlichen Abende“ am Freitag, den 29. Mai 2026 um 19.30 Uhr an der Universität Greifswald, im Hörsaal der Geologie (Friedrich-Ludwig-Jahn-Str. 17a) statt.
Mit freundlichen Grüßen
Karsten Obst

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