Sektion Vorpommern der GfG Blog

19.05.2017 19.30 Uhr – Trilobiten: die Herrscher der Meere vor 500 Millionen Jahren

Trilobiten – „Dreilapper“ – gehören zu einer ausgestorbenen Gruppe meeresbewohnender Gliedertiere. Sie sind eher mit heutigen Pfeilschwanzkrebsen verwandt als mit Krebstieren oder Tausendfüßern. Zu Beginn des Erdaltertums, im Kambrium erobern sie die marinen Lebensräume und entwickeln rasch eine beeindruckende Formenvielfalt. Ihre bizarre Schönheit fasziniert Paläontologen, aber auch Nichtfachleute gleichermaßen. Sie umfassen ca. 60 % der damaligen, überlieferten Faunen und man kennt inzwischen über 5000 Gattungen mit 15.000 Arten. Ihren Namen verdanken die Trilobiten dem dreigeteilten Rückenpanzer mit dem Spindellobus (oder -lappen) in der Mitte und den Pleuren auf der linken und rechten Seite. Horizontal lässt sich der Panzer in den...

24.03.2017 19.30 Uhr – Ein Trip in die Frühzeit der Erde: Neoproterozoische Flachwasser-Karbonate und glazigene Sedimente in der Finnmark (arktisches Norwegen)

Die Landschaft Norddeutschlands wurde von den Vergletscherungen der quartären Kaltzeiten geprägt. Inlandeismassen brachten verschiedenste Gesteine aus Skandinavien und dem Ostseegrund zu uns. Sie begeistern Fachleute und geologisch Interessierte und machen neugierig, mehr über ihre Herkunft, ihre Entstehungsbedingungen und ihr Alter zu erfahren. Fossilreiche Kalksteine aus dem Silur, zum Beispiel, mit einer exotischen Fauna faszinieren zahlreiche Sammler und locken sie zu den Stränden der schwedischen Insel Gotland. Dort haben sich vor über 400 Millionen Jahren unter tropisch warmen Bedingungen Flachwasserkarbonate gebildet. Noch ältere flachmarine Kalksteine aus der Frühzeit der Erde sind im arktischen Norwegen aufgeschlossen. In der Finnmark sind sie Teil...

24.02.2017 19.30 Uhr – Lugnås – Spurenfossilien und Mühlsteine

In den flachmarinen unterkambrischen Sandsteinen Südschwedens sind häufig vorzüglich erhaltene Spurenfossilien, darunter Grab-, Fress- und Wohnbauten zu finden. Seltener sind auch Körperfossilien, z.B. sogenannte Sandkorallen sowie Trilobiten und Brachiopoden überliefert. Gute Fundmöglichkeiten bietet der Ort Lugnås, der sich auf einem kleinen Tafelberg unweit des Vänern-Sees befindet. Dieser war Ziel einer Exkursionsgruppe um Gunther Grimmberger im Sommer letzten Jahres. Interessant sind in dieser Region aber nicht nur die steinernen Überreste einer vielfältigen, etwa 520 Millionen Jahre alten Meeresfauna, sondern auch Zeugnisse der sich seit dem 12. Jahrhundert entwickelnden Gewinnung von Mühlsteinen aus den die Sandsteine unterlagernden, teilweise verwitterten und aufgearbeiteten präkambrischen...

20.01.2017 19.30 Uhr – Faszination versteinerte Wälder – Zeugnisse vergangener Welten

Fossile Hölzer sind an den Geröll- und Blockstränden der Ostsee oder in den Kiesgruben Mecklenburg-Vorpommerns eher selten zu finden. Großenteils sind diese Funde nur einige Jahrmillionen alt und stammen – wie auch der Baltische Bernstein – aus dem Tertiär. Aber die Erfolgsgeschichte der Landpflanzen begann bereits vor über 450 Millionen Jahren, als verschiedene Moose erste Inseln und später ganze Kontinente besiedelten. Ihnen folgten im Grenzbereich Silur/Devon Bärlappgewächse, Farne und Schachtelhalme. Erst einhundert Millionen Jahre später entwickelten sich die heute weit verbreiteten Samenpflanzen. Der Rostocker Geologe Marian Timpe hat in seiner Freizeit zahlreiche berühmte Fundstätten versteinerter Wälder in Deutschland (z.B. bei...