Kategorie: 2018

25.05.2018 19.30 Uhr – Der Baltische Glint – ein geomorphologisches Phänomen im Ostseeraum

Der Baltische Glint durchzieht als markante Geländestufen den mittleren und östlichen Ostseeraum. Diese bestehen aus widerstandsfähigen, gebankten Kalksteinen der Osteuropäischen Tafel, die leicht nach Süden einfallen. Eine Steilstufe – der Ordovizische Glint – verläuft von der Westküste Ölands zur Nordküste Estlands und weiter bis zum Ladogasee. Er ist auch unter dem Meeresspiegel der Ostsee fast durchgehend zu verfolgen. Eine zweite Steilstufe – der Silurische Glint – bildet die Kliffe an der West- und Nordwestküste von Gotland und taucht auf der Insel Saaremaa wieder auf. Viele Jahrhunderte wurde über die Entstehung der Steilstufen gerätselt. Einige Geologen sahen einen Zusammenhang mit tektonischen...

23.02.2018 19.30 Uhr – Wallsteine und andere alttertiäre Transgressionskonglomerate

Was sind Wallsteine? Sind sie natürlichen oder künstlichen Ursprungs? Wo sind sie zu finden und woran kann man sie erkennen? Diese und andere Fragen stellen sich ein, wenn ein Laie den Begriff erstmals hört. Aber auch Fachleute wissen oftmals nur, dass Wallsteine abgerollte Feuersteine sind, die bei alttertiären Meeresvorstößen durch Aufarbeitung kreidezeitlicher Schichten entstanden. Ihren Namen verdanken sie dem Holsteiner Geologen Ludwig Meyn, der in seiner Kindheit mit solchen Steinen auf dem Kieler Wall spielte. Die Steine wurden im 19. Jahrhundert als Schiffsballast aus England eingeführt und als Wegeschotter verwendet. Viele Strände der südenglischen Küsten bestehen aus Brandungsgeröll aufgearbeiteter kreidezeitlicher...

26.01.2018 19.30 Uhr – Findlinge und große Steine – wichtige Geotope in Sachsen-Anhalt

Geotope sind geologische Bildungen, die auch Laien verständliche Einblicke in die erdgeschichtliche Entwicklung ermöglichen. In Sachsen-Anhalt gibt es über 600 Geotope, die als besonders schützenswert gelten. Die meisten von ihnen befinden sich im Bereich des Harzes und seiner Randgebiete. Am bekanntesten ist die Teufelsmauer im nördlichen Harzvorland. Sandsteine der oberen Kreide bilden eine markante Felsformation, die sich über 20 km Länge verfolgen lässt. Weniger bekannt sind dagegen große Geschiebe, die vom skandinavischen Inlandeis während der Elster- und Saale-Kaltzeit aus Nordeuropa bis nach Mitteldeutschland transportiert wurden. Der größte Findling Sachsen-Anhalts ist mit über drei Metern Höhe der Backenstein, dessen kantiger Umriss...